Die Geschichte der Burg Bran beginnt am 19. November 1377, als Ludwig I. von Ungarn den Sachsen aus Kronstadt (Brașov) die Genehmigung erteilte, eine steinerne Festung zu errichten, um den Gebirgspass zwischen Siebenbürgen (Transsilvanien) und der Walachei zu verteidigen. Die 1388 fertiggestellte Burg erfüllte einen doppelten Zweck: Sie war ein militärischer Stützpunkt gegen die Expansion des Osmanischen Reiches und eine wichtige Zollstation, an der Zölle auf Waren erhoben wurden, die die Törzburger Schlucht passierten.

Die erste Festung: Der Deutsche Orden

Bevor die heutige steinerne Burg existierte, wurde an dieser Stelle eine Holzfestung errichtet. Im Jahr 1211 lud König Andreas II. von Ungarn den Deutschen Orden in die Region ein, um die südöstliche Grenze Siebenbürgens zu verteidigen. Sie errichteten eine Holzfestung namens Dietrichstein, die jedoch 1242 von den Mongolen zerstört wurde. Dies ebnete den Weg für den weitaus imposanteren Steinbau, der über ein Jahrhundert später entstehen sollte.

Mittelalterliche Festung und Zollstation

Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1388 wurde die Burg Bran zu einem wichtigen strategischen Punkt. Jahrhundertelang wurde sie von den Sachsen aus Kronstadt kontrolliert und spielte eine entscheidende Rolle für die regionale Verteidigung und den Handel. Im Jahr 1441 besiegte der berühmte ungarische Feldherr Johann Hunyadi (Iancu de Hunedoara) bei der Burg erfolgreich eine osmanische Armee. Obwohl die Burg oft mit Vlad dem Pfähler (Vlad Țepeș) in Verbindung gebracht wird, ist seine Verbindung zu ihr minimal; er durchquerte die Schlucht und war hier möglicherweise 1462 kurzzeitig inhaftiert, nachdem er vom ungarischen König gefangen genommen worden war, aber er hat nie in der Burg geherrscht oder gelebt. Die Hauptaufgabe der Burg war militärischer und kommerzieller Natur: Sie erhob eine 3%ige Abgabe auf alle Waren, die die Grenze passierten.

Königliche Residenz für Königin Maria

Im 20. Jahrhundert nahm die Geschichte der Burg eine dramatische Wendung. Nachdem Siebenbürgen 1918 Teil von Großrumänien wurde, schenkte die Stadt Kronstadt die Burg am 1. Dezember 1920 der Königin Maria von Rumänien. Die Königin verliebte sich in die mittelalterliche Festung und verwandelte sie in ihre bevorzugte Sommerresidenz. Zwischen 1920 und 1932 wurden unter der Leitung des tschechischen Architekten Karel Liman umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Er stattete die Burg mit modernen Annehmlichkeiten wie Strom aus einem Wasserkraftwerk, fließendem Wasser, einem Aufzug und Telefonleitungen aus, wobei der historische Charakter stets erhalten blieb.

Vom Kommunismus zum modernen Museum

Nach dem Tod von Königin Maria im Jahr 1938 erbte ihre Tochter, Prinzessin Ileana, die Burg. Im Jahr 1948 beschlagnahmte das neue kommunistische Regime jedoch das Anwesen und vertrieb die königliche Familie aus Rumänien. Die Burg wurde mehrere Jahre lang vernachlässigt, bevor sie 1956 als staatliches Museum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Nach dem Fall des Kommunismus wurde die Burg 2009 rechtmäßig an den Sohn von Prinzessin Ileana, Erzherzog Dominic von Habsburg, zurückgegeben. Er und seine Familie betreiben sie seither als erstes privates Museum in Rumänien und stellen Kunst und Möbel aus, die von Königin Maria gesammelt wurden.

Häufig gestellte Fragen

Wann wurde die Burg Bran erbaut?

Die steinerne Burg Bran wurde zwischen 1377 und 1388 erbaut. Der Bau wurde von König Ludwig I. von Ungarn genehmigt, der den Sachsen aus Kronstadt die Erlaubnis erteilte, die Festung auf eigene Kosten zu errichten, um den Gebirgspass zu verteidigen.

Hat Vlad der Pfähler in der Burg Bran gelebt?

Nein, Vlad der Pfähler (Vlad III. Dracula) hat nie in der Burg Bran gelebt. Seine eigentliche Residenz war die Burg Poenari. Seine einzige bestätigte Verbindung zu Bran besteht darin, dass er auf Feldzügen die Schlucht durchquerte. Einige Historiker glauben jedoch, dass er dort 1462 für zwei Monate inhaftiert gewesen sein könnte.

Warum wird die Burg Bran als „Draculas Schloss“ bezeichnet?

Die Burg Bran wird als Draculas Schloss bezeichnet, weil ihr dramatisches Erscheinungsbild auf einer hohen Klippe der Beschreibung des Schlosses in Bram Stokers Roman Dracula von 1897 entspricht. Es gibt keine Beweise dafür, dass Stoker diese spezielle Burg kannte, aber die Marketingverbindung hat sie zu einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Rumäniens gemacht.

Sind Sie bereit, jahrhundertelange faszinierende Geschichte selbst zu erkunden? Sie können ganz einfach online Tickets buchen, um die Mauern dieser legendären Festung zu betreten.